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Ramón Valle Quintet plays Ernesto Lecuona/ Danza Negra

ACT 9404-2

Ernesto Lecuona wird hierzulande auch unter den Fans kubanischer Musik nur wenigen bekannt sein. Dabei ist der 1895 geborene Pianist einer der wichtigsten kubanischen Komponisten und Stücke wie ‘La Comparsa’ und ‘Siboney’ (1953 auch von Stan Getz und Dizzy Gillespie aufgenommen) finden sich bestimmt auf vielen Alben, die im heimischen Regal stehen. Im Alter von fünf Jahren gab er sein erstes öffentliches Konzert, mit elf Jahren begann er als Pianist in Stummfilmkinos zu arbeiten und mit 21 ging er auf Welttournee. Er hinterließ nach seinem Tod (1963) mehr als 600 Kompositionen, die von Liedern bis zu Opern und Orchesterwerken reichen. Eine seiner Filmmusiken wurde 1942 sogar für den Oscar nominiert.

An eine jazzige Umsetzung des Werkes dieses ‘Riesen’ der kubanischen Musik hat sich nun sein Landsmann Ramón Valle – ebenfalls klassisch ausgebildeter Pianist – gewagt. Der heute in Amsterdam lebende 38-jährige verfügt über eine atemberaubende Technik und eine Spielfreude, die sich – vor allem live – auf jeden Zuhörer überträgt. Nicht umsonst bezeichnete ihn der Übervater aller kubanischen Pianisten, Chucho Valdés, als „einen der talentiertesten unserer jungen Pianisten“. Auf ‘Danza Negra’ gelingt Valle die nahtlose Verknüpfung der kubanischen Klänge mit zeitgenössischem Jazz. Seine Arrangements respektieren die Themen und Melodien Lecuonas und kombinieren sie mit Improvisationen, bei denen Valle und seine Mitstreiter aus der strengen Form ausbrechen, nur um wieder in die melodiösen Kompositionen zurückzukehren. Ein sehr rhythmisches Album auf dem auch spanische Klänge zu hören sind, denn Valle hat für sein Album auch vier Stücke aus der berühmten ‘Andalusischen Suite’ Lecuonas ausgewählt. Gelungen setzt das Quintett die Paso Doble- und Flamenco- Musik in Jazz um.

Im einzigen Solostück der CD - ‘La Conga de Medianoche’ - beweist Ramón Valle seine ausgereifte Technik und seinen hochdifferenzierten Anschlag: Mal hämmert er die Rhythmen in die Tasten, mal gleitet er mühelos durch die Melodie und immer überrascht er mit neuen Ideen. Ein Album, das sowohl Jazzfans als auch Anhänger kubanischer Musik begeistern wird.

Torsten Eßer

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