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Mayte Martín: Querencia, Capoeira Mata Um
Mayte Martín: Querencia (2002), Capoeira Mata Um (2001)Tropical Music 68.824 Zwei exzellente CDs erschienen kürzlich im Hause Tropical Music, ein Label, das sich seit langem um die Verbreitung lateinamerikanischer Musik in Deutschland verdient macht. Für Capoeira Mata Um haben Claus Schreiner und Claus Jaeke Musiker aus aller Welt zu einem Capoeira-Crossover- Projekt eingeladen. Den Beteiligten wurden sämtliche künstlerische Freiheiten mit einer einzigen Einschränkung eingeräumt: der für die Capoeira typische vom Berimbau getragene Rhythmus des ‘Toque’ sollte die Basis für ihre Kompositionen und Improvisationen bilden. Auf dieser Grundlage entstand eine farbenreiche Mischung aus traditionellen Capoeiras und verschiedensten Crossover-Experimenten. So kommen bei M. Schneider & Cia da Lapa das für die Capoeira typische Instrument Berimbau, die im Samba von Rio verbreitete Cuica und Rockinstrumente wie die elektrische Gitarre zusammen, afrikanische Chöre und Syntheziser-Klänge mischen sich dagegen bei Tschando aus Guinea Bissau ein. Der Senegalese Ba Mamour belegt den gegebenen Rhythmus wiederum mit von seiner Heimat gefärbten Melodien, während die Posaune des Jazzers Albert Mangelsdorff in ein befremdendes Zwiegespräch mit dem Berimbau tritt. Hervorragend gestaltet – allerdings weniger in optischer Hinsicht – ist das Booklet der CD, das nicht nur das Projekt selbst und die Musiker vorstellt, sondern auch eine kurze Einführung in Geschichte des Capoeira bietet. In jeder Hinsicht also eine faszinierende CD, die sich wohltuend aus der Masse der sonst gängigen, allzu stereotypen Latino-Publikationen heraushebt! Flamenco, der den Anspruch erhebt, nicht in sterilen Traditionalismus zu verfallen, bietet Mayte Martín (Barcelona) auf ihrer neuen CD Querencia. Die üblichen Schreie wurden hier weggelassen. Auch ist die Stimme weniger rauh als andernorts. Was aber zunächst als übermäßig einebnende Glättung des andalusischen Gesangs erscheint, erweist sich bei längerem Hinhören als wirklicher Gewinn. Tatsächlich gelingt es Martín in Arrangements wie etwa www.el pena.com durch die Klarheit des Gesangs hindurch neue und überaus einnehmende Schattierungen des Gefühls sichtbar werden zu lassen. Kritiker werden möglicherweise die klassische Tönung vermissen oder gar einzelnen Stücken die Zugehörigkeit zum Flamenco streitig machen wollen. „Flamenco ist mein Ursprung,“ entgegnet die Sängerin auf derartige Vorhaltungen, „nicht mein Joch!“ Begleitet wird Mayte Martín durch die Gitarren und ‘Palmas’ von Juan Ramón Caro, Juan Carlos Romero, Jesús Torres und José Luis Montón. Einige Stücke haben darüber hinaus Einlagen von Streichinstrumenten und Perkussion. Am Ende der CD findet sich eine PC- und MACkompatible Videopräsentation mit der Tänzerin Belén Maya. |
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