Was steckt hinter Matices?

Matices bei Funkhaus Europa
Für Matices spricht Laura Cwiertnia im Interview über die Ausgabe 65 und über die Hintergründe von Matices (Sendung vom 06.02.2011)



68: Ein Kontinent unter Strom. Energie in Lateinamerika

Energie, viel mehr als eine physikalische Größe. Leben ist ohne Energie nicht möglich. Energie beeinflusst den Menschen in all seinen Lebenslagen. Nicht fassbar, aber trotzdem omnipräsent. Joules messen die Erwärmung, die Leistung und die Beschleunigung eines Körpers. Wir messen alles, was darüber hinausgeht: Energie und seine wirtschaftlichen, politischen und sozialen Auswirkungen. Alles mit dem Fokus auf die lateinamerikanischen Länder. Energie wird gewonnen, genutzt und verbraucht - von Mexiko bis Argentinien - Und auch in Europa, denn auch der hiesige Energieverbrauch hinterlässt seine Spuren auf dem lateinamerikanischen Kontinent. Umweltzerstörung in Brasilien, soziale Reformen in Venezuela, erneuerbare Energien in Bolivien und ein paar harmlos anmutende afrikanische Palmen liefern den Input für ein Thema, was ebenso abstrakt wie kontrovers diskutiert wird.

Kurz notiert:

DRadio Wissen berichtet hier und hier und auch hier über Inhalte aus der Matices Nr. 68: Ein Kontinent unter Strom. Energie in Lateinamerika.

Auch Deutschlandradio Kultur bezieht sich in den Kulturnachrichten vom 15. Dezember 2011 auf ein Interview in der aktuellen matices.

67: Piraterie in der Karibik - Zwischen Realität und Fiktion

Spätestens seit Robert Lewis Stevensons Roman „Die Schatzinsel“ wird der Mythos vom wilden, furchtlosen, mitunter auch edelmütigen Piraten in Literatur, Film und in der Produktvermarktung gepflegt. Wohl kaum ein anderes historisches Phaänomen ist derart konsequent auf einige wenige Klischees reduziert worden. Karnevalsvereine und Parteien entlehnen der Piraterie vermeintliche Eigenschaften wie Rebellentum und Attribute wie Augenklappe und Holzbein und nutzen sie für ihr Image. Reale Piraterie findet heutzutage nicht nur am Horn von Afrika statt. Die Karibik des 21. Jahrhunderts ist immer wieder Schauplatz von Angriffen auf Luxusyachten und Frachtschiffe. Erst vor kurzem wurde im Norden Brasiliens ein Passagierschiff von Flusspiraten überfallen. Wer waren die Piraten, Freibeuter und Bukaniere wirklich? Was an dem Bild, das wir uns von den Piraten des 17. und 18. Jahrhunderts machen ist historisch belegbar und was nur romantische Verklaärung? Und was haben die heutigen Piraten der Karibik noch mit ihren Vorläufern aus dem 17. Jahrhundert zu tun? Diese unterschiedlichen Facetten realer und fiktionaler Piraterie in der Karibik werden im Schwerpunkt dieser Ausgabe näher beleuchtet.

66: Wessen Stimme zählt? Medien, Staat und Gesellschaft in Lateinamerika

Wessen Stimme zählt? – Medien, Staat und Gesellschaft in Lateinamerika. Venezuelas Präsident Hugo Chávez flimmert wöchentlich für mindestens vier Stunden über alle Staatskanäle, in Argentinien liefern sich der gigantische Medienkonzern Clarín und die Regierung unter Präsidentin Kirchner einen erbitterten Kampf um das Meinungsmonopol und in Mexiko und Kolumbien müssen kritische Journalisten um ihr Leben fürchten. Das jüngste Ranking zur Pressefreiheit der internationalen Organisation Reporter ohne Grenzen zeigt: Mit Costa Rica, Chile und Uruguay befinden sich nur drei lateinamerikanische Staaten im Obersten Viertel der 178 auf Presse- und Meinungsfreiheit untersuchten Länder. Staaten wie Venezuela, Mexiko, Kolumbien und Kuba rangieren dagegen – u.a. aufgrund einer erhöhten Mordrate an Journalisten – auf den unteren Plätzen. Wie überall auf der Welt haben die Medien auch in Lateinamerika eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion: Sie versorgen die Bevölkerung mit Informationen und tragen einen wesentlichen Teil zur Meinungs- und Willensbildung der Menschen bei. Wenn sich Massenmedien staatlicher Instrumentalisierung und der Kontrolle mächtiger Wirtschaftskonzerne nicht mehr entziehen können und Journalisten sich zur Selbstzensur gezwungen sehen, ist auch die Demokratie gefährdet. Denn für ihre Funktionsfähigkeit sind freie und unabhängige Medien unerlässlich. Wer hat in Lateinamerika die Kontrolle über die Meinungsmacht? Über das Verhältnis von Staat und Medien, die Einflussnahme und Kontrolle der Regierungen, mächtige Medienkonzerne und von der Bevölkerung betriebene community radios.

65: Lusophone Länder

Lusophon. Was bedeutet das eigentlich? Ein Begriff, der bei Word rot angestrichen wird und der anscheinend nur unter Sprachwissenschaftlern bekannt ist. Und doch, trotz seiner geringen Verbreitung machten wir ihn zum Titel diese Ausgabe. Lusophonie, bzw. Lusofonia leitet sich ab von der römischen Bezeichnung der einst besetzten iberischen Halbinsel: Lusitania. Die römische Besetzung Portugals endete im 4. Jahrhundert nach Christus. Die iberische Halbinsel entfaltete sich zur Kolonialmacht Ende des 15. Jahrhunderts und trug seine Kultur mittels seiner Kolonien rund um den Globus. Die Lusophone Welt verteilt sich heute über 4 Kontinente, neben Portugal umfasst sie Brasilien, Angola, Äquatorialguinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mosambik, Sao Tomé und Principe, Macao und Osttimor. Der Begriff Lusophon wird meist im Bezug auf die sprachliche Gemeinsamkeit benutzt. Doch Lusophonie geht weit darüber hinaus: 1996 wurde die Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP) gegründet, seit 2004 werden die Jogos da Lusofonia, die Spiele der Lusophonie, ausgerichtet. Die Grundidee der CPLP ist es, neben der Förderung und Verbreitung der portugiesischen Sprache, die politische Zusammenarbeit der lusophonen Länder zu fördern. Doch was genau macht es nun aus, das Lusophone?, fragten wir uns und suchten dazu verschiedene Ansätze: Der angolanische Schriftsteller José Eduardo Agualusa macht sich Gedanken über das „Wandern zwischen den Welten“, in „Afrikapolitik Brasiliens“ wird untersucht, wie der südamerikanische Riese in Afrika zunehmend an politischen und wirtschaftlichen Einfluss gewinnt; und auch Tanzen verbindet: Kuduro ist ein angolanischer Tanz, der mittlerweile sogar in den Vororten Lissabon getanzt wird. Und immer wieder stellt sich die Frage: Gibt es sie wirklich, die lusophone Gemeinsamkeit? Ist sie „nur eine ideologische Position kleiner intellektueller Eliten“ wie Manfred Wöhlcke in seinem Aufsatz „Lusophone Mythen“ darstellt oder ist sie etwas Erlebtes wie Antonio Cascais in seinem Kommentar beschreibt?

64: Argentiniens Literaturszene

Das Jahr 2010 steht in Argentinien ganz im Zeichen des Bicentenario de la Independencia. Seit der Mai-Revolution, die 1810 den Beginn der Unabhängigkeit markierte, hat das Land eine ganze Reihe weltweit bekannter Schriftsteller hervorgebracht. Werke wie Hernández‘ „Martín Fierro“ und Sarmientos „Facundo“ trugen zur nationalen Identitätsfindung bei und Borges und Cortázar versetzten mit ihren fantastischen Erzählungen Leser aus aller Welt in Staunen. Die Vorreiter des postmodernen Schreibens am Río de la Plata beeinflussen bis heute Entwicklungen in Literatur und Film. Ihre Geschichten waren die Grundlage für Kultfilme wie Antonionis Blow Up und Serien wie Lost. Ihre Konzepte inspirierten Schriftsteller und Philosophen wie Umberto Eco und Michel Foucault. Und die argentinische Literaturszene gilt auch heute noch als die lebendigste Lateinamerikas. Das Internet hat als neues Massenmedium den Zugang zur Literatur, ihre Form und auch die Kritiken verändert. Eine neue Generation junger Autoren verarbeitet in eigenen Stilen und Themen das Erbe der Militärdiktatur und den Marktradikalismus der 1990er. Auch wenn sie noch nicht zum internationalen Kanon gehören, weisen sie ein künstlerisches Potential auf, mit dem sie sich nicht zu verstecken brauchen. Damit sie entdeckt und gefördert werden können, hat das argentinische Außenministerium die Übersetzungsförderung „SUR“ ins Leben gerufen. Bis Ende des Jahres sollen 100 neue Titel in möglichst vielen Sprachen verlegt werden – vielleicht findet sich unter ihnen ja ein „Klassiker von Morgen“?

63: Comics. Spiegel von Kultur und Gesellschaft

Die sprachliche Nachahmung von Lauten oder Geräuschen wird in der Sprachwissenschaft als Onomatopoesie bezeichnet. Besser bekannt dürfte das Phänomen jedoch als Comic-Sprache sein. Ausdrücke wie seufz, knarz, boing und wumms haben die Sprechweise von Generationen geprägt. Gerade die Verwendung von Lautmalerei und Umgangssprache verschafften dem gesamten Genre jedoch ein Image des unschicklich Ordinären. Derartiges als Kultur, Kunst oder gar Literatur zu bezeichnen war lange Zeit schlicht unmöglich. Doch historias em quadrinhos, historietas, gibis, tebeos oder einfach cómics zeugen nicht nur zeichnerisch, sondern auch inhaltlich von einer enormen Vielfalt. Schrille Mangas finden sich neben düsteren schwarz-weiss Schraffuren. Comics sind mittlerweile fester Bestandteil der literarisch-künstlerischen Welt und als solcher immer auch Spiegel von Zeit, Kultur und Gesellschaft. In unserem Themenschwerpunkt widmen wir uns aktuellen und historischen Entwicklungen in der Comic-Szene Lateinamerikas und der Iberischen Halbinsel. Die Autoren dieser Ausgabe beleuchten regionale Besonderheiten, konkrete gesellschaftspolitische Inhalte und theoretische Grundlagen. Bei der Illustration konnten wir auf die Unterstützung von namhaften Künstlern und Magazinen zurückgreifen.

62: Zwischen Erinnern und Vergessen. Vergangenheitsbewältigung in Spanien

Drei Jahre dauert der spanische Bürgerkrieg, von 1936-1939. Darauf folgt eine Diktatur unter General Franco, der mit seinen faschistischen Anhängern die besiegten Republikaner, Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten verfolgt. Mitte der 70er Jahre stirbt General Franco und auf seinem Sterbebett findet auch die Diktatur ein Ende. Damit ist die Zeit gekommen neue Wege einzuschlagen, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Spanien wird ein demokratischer und säkularer Staat, mit einer konstitutionellen Monarchie, der versucht die Entwicklung seiner europäischen Nachbarn schnell aufzuholen und Anschluss zu finden. Doch auch Jahrzehnte nach Ende des spanischen Bürgerkriegs scheinen die Wunden nicht geheilt und das spanische Volk nicht versöhnt zu sein. Immer lauter werden die Stimmen, die eine lückenlose Aufklärung der Vergangenheit fordern und einen gesellschaftlichen Dialog über die eigene Geschichte fordern. Einige davon kommen in dieser Ausgabe zu Wort.

61: Lateinamerika - Ein Kontinent wächst zusammen?

Integration bedeutet "Herstellung eines Ganzen". Gerade in Lateinamerika ist dies ein spannender, aber auch sehr schwieriger und langwieriger Prozess. Viele wirtschaftliche Handelsbündnisse konkurrieren miteinander, auch auf politischer Ebene bestehen und entstehen viele verschiedene Zusammenschlüsse. Die zentrale Frage lautet also: wie schafft man wirtschaftliche und politische Einheit ohne sie durch zu viele Bündnisse zu entzweien? Diese Ausgabe setzt sich insbesondere mit dieser Frage auseinander und versucht Erfolge und Misserfolge der Bündnisse zu diskutieren. Der Einleitungsartikel bietet einen Überblick über die Anfänge integrativer Bemühungen in Lateinamerika im 19. Jahrhundert und stellt das Erfolgsmodell MERCOSUR der möglichen Alternative ALBA gegenüber. Obwohl gute Voraussetzungen bestehen wird deutlich, warum Lateinamerika sich immer noch mit sowohl wirtschaftlicher als auch politischer Integration schwer tut. Der Führungsanspruch Brasiliens in Lateinamerika wird hinterfragt, Info-Kästen geben Aufschluss über die derzeitige Handelsgeografie Lateinamerikas. Um möglichst viele Schattierungen des Themas zu erfassen, kommen in kurzen Interviews auch diejenigen zu Wort, die in den betroffenen Ländern leben. Werden derartige Handelsbeziehungen im Alltag überhaupt bemerkt? Wie bestimmen gemeinsame Märkte und Freihandelszonen den Alltag? Wie sieht der Austausch konkret zwischen den einzelnen Ländern aus?

Ausgabe 60: Rum, Cachaça, Tequila & Co

Mojitos, Daiquiris, Caipirinhas und Margaritas zählen seit langem zu den beliebtesten Drinks der Welt und gehören heute zum Standardrepertoire jeder Cocktailkarte. Die Grundspirituosen Rum, Cachaça und Tequila, allesamt edle Brände aus Lateinamerika, schauen auf eine ereignisreiche und erzählenswerte Geschichte zurück. Die traditionsreichste davon hat vermutlich der Tequila: Dieses hochprozentige Destillat soll bereits von den Azteken getrunken worden sein. Allerdings gibt es keinen Beweis dafür, dass die Azteken die Brennkunst bereits beherrschten. Daher erscheint es wahrscheinlich, dass der Herrscher Moctezuma nicht Tequila sondern den puren Agaventrunk Pulque zu trinken pflegte. Rum, der die wunderbare Eigenschaft besitzt, je nach Temperaturlage zu kühlen oder zu wärmen, hat sicherlich die schillerndste Geschichte dieses Trios; nicht zuletzt aufgrund seiner Bedeutung als Proviant, sowie Zahlungs- und Genussmittel. Die erste urkundliche Erwähnung des Zuckerrohrbrandes stammt aus dem Jahr 1654: Der Oberste Gerichtshof in Connecticut beschloss die Konfiszierung von "jedem hochprozentigen Getränk aus Barbados, gemeinhin Rum, kill devil oder so ähnlich genannt". Cachaça, ebenfalls ein Zuckerrohrschnaps, ist unangefochten das Nationalgetränk Brasiliens. Es dauerte allerdings bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, bis Cachaça salonfähig wurde. In unserem Themenschwerpunkt nippen wir ein wenig an der Geschichte dieser lateinamerikanischen Spirituosen und hoffen, dass es unseren Lesern Durst auf mehr macht.

Ausgabe 59: Mexico D.F.

Eine Stadt, die mit über 25 Millionen Einwohnern unsere Vorstellungskraft übersteigt. Viele empfinden den Verkehr, die großen Entfernungen, die Luftverschmutzung und die Kriminalität als unerträglich. Die Bewohner aus der Provinz erkennen einen chilango, wie die Bewohner von Mexiko-Stadt allgemein genannt werden, daran, dass er viel hektischer und gestresster ist als sie selbst. Doch da es nirgens im Land so viele Universitäten, Schulen und vor allem Arbeitsplätze gibt, sehen die meisten die Provinz nicht als Option. Und ein Großteil der chilangos liebt seine Stadt, möchte das überreiche Kultur- und Unterhaltungsangebot, die unzähligen Shoppingmöglichkeiten nicht missen. Die Stadt hat viele Gesichter, von heruntergekommenen Slums über romantische Stadtviertel im Kolonialstil und Reste eines uralten Kanalsystems bis hin zu den schicken, abgegrenzten Wohnvierteln der Superreichen ist alles dabei. Gleichzeitig ist es eine Stadt, in der einem auf Schritt und Tritt Geschichte begegnet. Dass hier viele Siedlungsschichten übereinander liegen, ist am eindruckvollsten am Platz der drei Kulturen sichtbar, wo vorspanische Bauten, eine koloniale Kirche und ein moderner Wohnkomplex aufeinander treffen. Im Zusammenhang mit diesem Platz gibt es leider auch dieses Jahr ein trauriges Jubiläum zu feiern: vor 40 Jahren wurden hier demonstrierende Studenten von Militärs umgebracht. Aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln versuchen wir einen Eindruck zu vermitteln, was diese Stadt ausmacht, die im Rest des Landes oft einfach nur Mexiko genannt wird.

Ausgabe 58: Amor y sexualidad

Über Sexualität in Lateinamerika herrschen seit jeher die verschiedensten Klischees: die latinos seien übersexualisiert, die nahezu überall präsenten Ausformungen des machismo würden sich niemals ändern. Doch trifft tatsächlich noch immer zu? Kann man wirklich generell Aussagen über den Umgang von Mann und Frau miteinander in Lateinamerika treffen? Oder bestehen doch gewisse Unterschiede von Land zu Land? In diesem Themenschwerpunkt wird unter anderem Teresa Ulloa Ziaurriz aus Mexiko ihre ganz persönliche Definition vom Begriff der sexualidad liefern. Zudem wird sie über ihren Kampf gegen sexuelle Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen berichten. Danach schauen wir weiter südlich nach Brasilien: Dort setzen sich die ansonsten so offenen, kontaktfreudigen Brasilianer heute in Sachen Liebe und Erotik anscheinend dermaßen unter Druck, dass dabei letztendlich nicht nur die Romantik, sondern die sexuelle Aktivität einen herben Verlust erleiden musste. Der Artikel "Mamacita Rica" gibt einen Einblick in die Eroberungsstrategien der Latinos: Wie verhalten sich lateinamerikanische Männer, wenn sie eine Frau verführen wollen? Zudem beschäftigen wir uns mit der immens hohen Abtreibungsrate in Argentinien, dem Land mit den meisten durchgeführten Abtreibungen in Lateinamerika. Desweiteren geht es unter anderem um Sexualität in brasilianischen Telenovelas, sowie um sexuelle Kultur in Nicaragua.

Ausgabe 57: Aufrüstung in Lateinamerika

Die Länder Lateinamerikas scheinen sich zur Zeit in einem Rüstungswettlauf zu befinden - dieser Eindruck entsteht zumindest, berücksichtigt man die beunruhigend hohe Zahl von Rüstungsexporten in diesen Regionen. Vor allem Chile, Brasilien und Venezuela haben ihre Ausgaben für Rüstungsgüter in den letzten fünf Jahren um Rund acht Prozent erhöht. Doch was steckt hinter der allgemeinen militärischen Mobilisierung Südamerikas? Welche politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen entstehen dadurch auf dem südamerikanischem Kontinent? Wer beliefert und unterstützt die einzelnen Länder und welche Auswirkungen hat der Waffenhandel für die einzelne Person? Experten berichten über die Hintergründe dieses aktuellen Aufrüstungstrends in Lateinamerika, den deutsche Firmen mit enormen Waffentlieferungen zu einem wesentlichen Teil unterstützen.

Ausgabe 56: Carnaval

Karneval - ob in Köln oder Rio - ist ein kulturelles Großereignis. Dabei unterscheiden sich die Formen und Rituale enorm, nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Wurzeln und Traditionen. Dennoch, so divers das Karnevalfeiern in den einzelnen Regionen auch sein mag, gibt es doch verbindende Elemente: Karnevaleske Gebräuche des Maskierens, fantasievolle Kostüme, Paraden und ritualisierte Ausgelassenheit finden sich in allen Kulturen wieder. Ob in Deutschland, Südamerika oder auf den Kanarischen Inseln, von wo aus El Carnaval nach Lateinamerika gelangte, um daraufhin mit tropischen Einflüssen zurückzukehren.

Karneval in Lateinamerika - dabei denkt man automatisch an spärlich bekleidete Sambatänzerinnen auf pompös geschmückten Umzugswagen, Federboas und Trillerpfeifen. Dabei hat der lateinamerikanische Karneval viel mehr zu bieten, etwa im bolivianischen Oruro, in Salvador da Bahia oder in Kolumbien. Aufgrund seines hohen Wirtschaftsfaktors hat der Karneval allerdings auch seine Schattenseiten: Kommerzialisierung, Ausbeutung und Diskriminierung der Mitarbeiter lassen die Kehrseite der jecken Medaille in all ihren Nuancen erkennen. In den Sambaschulen Rio de Janeiros hat der Karneval sogar bereits mafiöse Strukturen angenommen. In der kölschen Rheinmetropole bietet neben dem traditionellen, der alternative Karneval ein buntes Programm. Jecken verschiedener Couleurs feiern abseits des Mainstreams auf multikulturellen Partys. Mit dieser Ausgabe wollen wir einen kleinen, aber bunt gemischten Einblick in die karnevalistische Vielfalt bieten.

Die Matices 56, zum Schwerpunkt-Thema Carnaval!

Ausgabe 55: El Che Vive! - Held, Verdammter, Schlüsselanhäger

An Ernesto Rafael Guevara de la Serna scheiden sich die Geister. Die einen verehren "El Che" als Freiheitskämpfer und Märtyrer, der noch heute, 40 Jahre nach seinem Tod, Sinnstifter für ein breites Spektrum an politischen Bewegungen ist. Die anderen verachten ihn als verbohrten Ideologen und unbarmherzigen Politiker, der seine Ideale ohne Rücksicht auf Verluste und Menschenleben durchzusetzen suchte.

Für die große Masse ist er schlicht ein modisches Accessoire - der Antikapitalist ist zum Verkaufsschlager geworden. Unzählige Modebewusste tragen das berühmte Konterfei, ohne genau zu wissen, um wen es sich dabei handelt. Tengo una remera del Che y no sé por qué - Ich habe ein Che-T-Shirt und weiß nicht, warum - ist in Argentinien mittlerweile ein geflügeltes Wort.

Wer also war der Mann, der am 9. Oktober 1967 von einem bolivianischen Soldaten in Vallegrande erschossen wurde? Was waren seine Ideen und politischen Konzepte, für die er schließlich sein Leben ließ? Wie ist der Mythos um Che Guevara entstanden und welche Bedeutung hat(te) sein Leben und Wirken nicht nur für Kuba, sondern für ganz Lateinamerika und auch für die Befreiungsbewegungen in Afrika?

Die Matices 55, zum Schwerpunkt-Thema El Che Vive!

Ausgabe 54: Katalanische Kultur

Ein Special zur Frankfurter Buchmesse zu Literatur, Musik, Kunst und Fußball

Wo liegt Katalonien? Diese Frage schaltete die katalanische Regierung (Generalitat) 1992 in der internationalen Presse, um für die Olympischen Spiele in Barcelona zu werben. Und in der Tat wussten damals selbst eifrige Spanienbesucher nicht immer eine Antwort auf diese Frage, obwohl sich die katalanische Kultur sehr vom Rest der Kulturen auf der Iberischen Halbinsel unterscheidet. Seither hat die Generalitat große internationale Anstrengungen unternommen, diesen Zustand zu ändern. Ein Erfolg: Die Einladung der "Katalanischen Kultur" als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2007.

Matices präsentiert zu diesem Anlass einen Schwerpunkt zu dieser Kultur, die sich nicht nur auf die Autonome Gemeinschaft Katalonien beschränkt, sondern die sogenannten Països Catalans umfasst, also Andorra, das französische Roussillon, die Autonome Gemeinschaft Valencia, die Balearen und die sardische Stadt Alghero. Aus rund 1000 Jahren Kulturgeschichte können wir natürlich nur einen kleinen Splitter präsentieren, den jedoch haben wir so breit gefächert wie möglich. Auf dass die zu Beginn gestellte Frage bald nur noch wenige Menschen verwirren werde!

Die Matices 54, zum Schwerpunkt-Thema Katalanische Kultur!

Ausgabe 53: Musik ohne Grenzen - música sin fronteras - música sem fronteiras

Das globale Näherrücken hat auf kultureller Ebene sehr viele Vorzüge. Nie war kulturelle Verschmelzung einfacher.
So kennt beispielsweise die Musik als kulturelle Form weder territoriale noch sprachliche Grenzen. Längst hat die sogenannte "Weltmusik" aus den Gefilden des Underground gefunden. Die Verschmelzung unterschiedlichster kultureller Musikstile zu einem ästhetischen Ganzen hat auch hierzulande an Popularität gewonnen.

Matices präsentiert im Schwerpunkt Nr. 53 einen kleinen Einblick in eine Welt ohne Grenzen. Wie sehr Musik gesellschaftliche Verhältnisse spiegelt; wie sie als Sprachrohr instrumentalisiert werden kann, um über politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Missstände aufzuklären; wie Musiker und Bands kulturelle Grenzen überwinden und Menschen unterschiedlicher Nationen zusammenführen und wie sehr Musik vor allem Eines ist: Ein Ausdruck von Lebensgefühl.

Augen auf! Es gibt was auf die Ohren!

Die Matices 53, zum Schwerpunkt-Thema Musik!

Ausgabe 52: Urbanismo - Lateinamerikanische Städte im Wandel

Die Menscheit zieht es in die Städte, weltweit und auch in Lateinamerika. Die Megastädte werden zahlreicher, größer, unübersichtlicher, anonymer, schneller. Viele Städte sind geprägt von Luftverschmutzung, endemischer Kriminalität, schlechter und unterfinanzierter öffentlicher Infrastruktur. Großstädte verändern ihr Gesicht auf dramatische und faszinierende Weise - eigendynamisch und unkontrolliert, aber auch gelenkt durch Architekten und Stadtplaner.
Die Einwohner passen sich an und entwickeln neue Lebensstrategien: das öffentliche Leben auf dem traditionellen Marktplatz als Treffpunkt für alle Berufs- und Gesellschaftsschichten verschwindet, stattdessen finden Malls und Clubs hohen Anklang beim neuen Mittelstand: Stadtleben hinter verschlossenen Türen - für die, die es sich leisten können. Der Faszination Stadt kann dies wenig anhaben, die Anziehungskraft bleibt. Und es gibt zahlreiche Versuche, es besser zu machen: durch eine ökologisch und sozial ausgewogene Stadtplanung, die partizipativ, offen und aktiv versucht, Städte wieder zu lebenswerten Orten der menschlichen Interaktion zu machen.

Antworten gibt es in der Matices 52, zum Schwerpunkt-Thema Urbanismo!

Ausgabe 51: ¿Qué onda en Venezuela?

Hugo Chávez, alter und neuer Präsident von Venezuela, polarisiert wie wenige Präsidenten. Seine Maßnahmen in Venezuela sowie sein Auftreten, der Ölreichtum Venezuelas und seine ambitionierten nationalen und internationalen Aktivitäten laden je nach Standpunkt zu Bewunderung oder Ablehnung ein. Ist er der Retter Venezuelas, und ein Wohltäter der von der Globalisierung Marginalisierten, ein Kämpfer gegen amerikanischen Neoliberalismus und Imperialismus? Oder ein Populist, ein Ewiggestriger, der übliche Caudillo, der sich mit erdölfinanzierten Sozial- programmen seine Anhängerschaft kauft, die demokratischen Institutionen aushöhlt und weltweit mit Diktaturen kooperiert?

Antworten gibt es in der Matices 51, zum Schwerpunkt-Thema Venezuela!

Ausgabe 50: "Wachstum für die Menschen? Wirtschaft in Lateinamerika"

Finanzkrise in Argentinien, Exportboom in Brasilien, Verstaatlichungen in Venezuela: die neuen Wirtschaftsentwicklungen in Lateinamerika erregen auch in Europa Aufmerksamkeit. matices widmet sich in dieser Ausgabe den großen wirtschaftlichen Themen, die in Lateinamerika ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Experten wie Hernando de Soto und Alberto Chong diskutieren über Privatisierungen, Freihandel, Schattenwirtschaft.

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