AKTUELLE AUSGABE 77: Força Brasil! Zeit, dass sich was dreht

Weltmeisterschaft, Proteste, Olympia – Berichte über Brasilien sind seit einiger Zeit kaum noch aus den Medien weg zu denken. Doch was macht den medialen Hype eigentlich aus? Und warum ist das Land auch außerhalb des lateinamerikanischen Kontinents auf einmal derart in Mode? Fakt ist, dass Brasilien eine immer wichtigere Rolle auf internationaler Bühne spielt: wirtschaftlich, politisch und kulturell. Auch in Deutschland konnte sich Brasilien in letzter Zeit häufiger präsentieren, zum Beispiel im vergangenen Jahr als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse sowie als Partner der Ernährungsmesse Anuga in Köln. Riesig war der Jubel, als Brasilien nicht nur zum Austragungsort der WM 2014 gekürt wurde, sondern auch der Olympischen Sommerspiele 2016. Doch mit Beginn der Vorbereitungen auf die Großereignisse kam bereits die Ernüchterung: der Bau der Stadien verschlingt Unsummen, Favelas wurden zwangsgeräumt, um Platz für die WM-Bauten zu schaffen. Als dann auch noch die Busfahrpreise in São Paulo erhöht werden sollten, kam es zu den ersten Massendemonstrationen seit 20 Jahren. Der Protest richtete sich nicht nur gegen die Fahrpreiserhöhungen, sondern gegen die Milliardenausgaben für die anstehenden Großereignisse, die an anderen, wichtigen Stellen fehlten, etwa im Bildungs- und Gesundheitssystem. Zudem ist nach Jahren des Booms die brasilianische Wirtschaft ins Stocken geraten: Inflation, dürftiges Wirtschaftswachstum, hohe Staatsausgaben. Brasilien ist ein Land der Superlative und der Kontraste. Vor allem aber gilt es weiterhin als ein Land mit enormem Entwicklungspotenzial. In der aktuellen Ausgabe von Matices zeigen wir, was das Land und seine Bevölkerung kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 bewegt.

76: Ecuador: Land des Guten Lebens?

Schneebedeckte Gipfel, Dschungel und Vulkane - Ecuadors Natur ist ebenso spektakulär wie vielfältig. Doch nicht nur die Landschaft ist geprägt von Kontrasten, groß sind auch die kulturellen, ethnischen und sozialen Unterschiede in der Bevölkerung. Doch Ecuador ist ein Land im Aufbruch.
Mit dem charismatischen Rafael Correa, der seit 2006 Präsident des Landes ist, setzte ein Veränderungsprozess ein. Ein Präsident, der nicht nur die höchsten Gipfel des Landes erklimmt - auf dem Titelbild schwenkt er die Landesflagge auf dem Cotopaxi -, sondern auch Reformen umsetzen will. Darunter eine Verfassungsänderung: Das Buen Vivir, das Gute Leben, wurde für alle Ecuadorianer als Staatsziel in der Verfassung verankert. Das Land will damit seinen touristischen Werbeslogan Ecuador - Ama la vida auch zum Alltag in der Gesellschaft machen. Wir fragen in dieser Ausgabe nach, wie es mit dem Guten Leben in Ecuador tatsächlich bestellt ist.

75: Nichts mehr wert? Die vergessenen Schätze der Mülltonnen

Für die einen ist es wertlos, für die anderen ein Segen. An den Dingen, die in der Mülltonne landen, lassen sich Essverhalten und Lebensstandard eines Einzelnen und das Konsumverhalten einer ganzen Gesellschaft erkennen. Denn was als essbar oder unappetitlich, als Ramsch oder Wertgegenstand betrachtet wird, ist oft sehr unterschiedlich. In Europa führte die Wirtschaftskrise zu einem Überdenken der Verschwendung von Nahrungsmitteln: Barcelonas Lebensmittelbank, die übrig gebliebene Produkte neu verteilt, ist wichtiger denn je geworden. Künstler und umweltbewusste Menschen suchen ihr Essen in Müllcontainern. Denn was sie dort finden, bietet für viele seit Jahren eine ausgewogene Nahrungsgrundlage. In Kolumbien sind es nicht die kreativen Köpfe und Umweltaktivisten, die sich auf Müllsuche begeben. Dort sind „Recicladores“ Hauptverdiener und ernähren ihre ganze Familie mit den Fundstücken aus Medellíns Mülltonnen. Wir haben uns in dieser Ausgabe gefragt, wie relativ die Vorstellung von Abfall wirklich ist und dabei festgestellt: Müll ist ein Begriff, der sich zu überdenken lohnt.

Kurz notiert:

DRadio Wissen berichtet über Inhalte aus einem Interview in der aktuellen Ausgabe von Matices ("Nichts mehr wert? Die vergessenen Schätze der Mülltonnen")

Neues Interview: Was ist Matices?

Matices bei Radio Köln
Matices-Chefredakteurin Laura Cwiertnia spricht im Interview mit Radio Köln über die Hintergründe, die Redaktion und das aktuelle Heft Nr. 73 von Matices.
(Info: Interview beginnt wenige Sekunden nach "play")

74: Rausch für die Einen - Gift für die Anderen

Seit jeher berauschen Drogen unsere Welt. Sie sind fester Bestandteil unserer Kulturen. Seit der Konsum „harter“ Drogen mit Beginn des 20. Jahrhunderts rasant anstieg, erklärten vor allem die USA den sogenannten Krieg gegen die Drogen.Das Problem sollte im wahrsten Sinne des Wortes „an der Wurzel“ gepackt werden. Länder wie Kolumbien, Peru und Bolivien, die Koka-Pfl anzen anbauen, werden für den wachsenden Kokainkonsumverantwortlich gemacht. Doch diese wirtschaftsschwachen Staaten kommen nur der immensen Nachfrage aus den USA und Europa nach. Trotz Verbot überquert das Kokain nach wie vor die Grenzen - die negativen Folgen des Verbots bleiben den Anbau- und Transitländern: Kriminalität, Gewalt zwischen konkurrierenden Drogenbanden, Korruption, dazu enorme Umweltschäden durch versprühte Pestizide. Ungeachtet des religiösen und kulturellen Wertes, die das Koka-Blatt besitzt, sind auch die indigenen Völker von dem Verbot betroffen, wie der Fall Bolivien zeigt. Der dauernde Kampf zwischen Drogenkartellen und Staat ist in Zentralamerika und Mexiko längst zum Alltag geworden. Drogenbosse werden in den Medien heroisiert und ihre Gewalt verherrlicht. Dieser Entwicklung wollen einige lateinamerikanische Länder nun Einhalt gebieten. Immer mehr Stimmen fordern eine Abwendung von der jetzigen repressiven Politik. Sie ziehen die USA als größten Absatzmarkt in die Verantwortung. Eines ist klar: was für die einen ein Rausch ist, ist für die anderen tödliches Gift.

73: Woran sollen wir glauben? Religion zwischen Krise und Aufschwung

Das Jahr 2012 ist vorbei, viel hat sich jedoch mit dem Jahreswechsel nicht geändert. Und das obwohl viele Apokalyptiker in den vergangenen Monaten viel Geld für Bücher und Filme über einen alten Maya-Kalender ausgegeben haben, der angeblich das Ende der Welt prophezeit. Auch das christliche Weihnachtsfest spielte sich im vergangenen Jahr wieder mehr in der Konsumwelt ab, als auf der spirituellen Ebene. Aber welchen Platz haben Mythen und Religionen heute in Lateinamerika und auf der iberischen Halbinsel? Matices hat hinter die Weihnachtsdeko und den Apokalypsentrubel geblickt und dabei herausgefunden, wie katholisch der "katholische Kontinent" Lateinamerika heute noch ist und warum evangelikalische Freikirchen besonders in den Armenvierteln, Slums und Favelas an Enfluss gewinnen. Wir haben nachgefragt, wie christliche Gemeinden in Portugal in Zeiten der ökonomischen Krise mit dem mangelnden Zulauf umgehen und was der Vatikan mit dem Putsch in Paraguay zu tun hat. Warum eine afro-kolumbianische Religion oft falsch verstanden wird und wieso in Brasilien eine besondere religiöse Toleranz herrscht - dies und mehr zeigt die vierte Matices-Ausgabe für das Jahr 2012, die trotz des Maya-Kalenders zum Glück nicht die Letzte sein wird.

Kurz notiert:

DRadio Wissen berichtet über Inhalte aus der aktuellen Ausgabe 73 der matices ("Woran sollen wir glauben? Religion zwischen Krise und Aufschwung")

Was steckt hinter Matices?

Matices bei Funkhaus Europa
Für Matices spricht Matices-Chefredakteurin Laura Cwiertnia im Interview über die Ausgabe 65 und über die Hintergründe von Matices

72: Sexuelle Identität - jenseits von Normen

Trotz all der Fortschritte und emanzipatorischen Errungenschaften des vergangenen Jahrhunderts, die eine Befreiung des Menschen von engen soziologischen und moralischen Konventionen anstrebten, bildet noch immer ein fatalistisches Schema die Grundlage für die Denkweise der modernen Gesellschaften: Das Denken in Gegensätzen. Gut und Schlecht. Tag und Nacht. Mann und Frau. Der Raum für die Grau-Zone, das Dazwischen, ist eng, beklemmend und wird von einer breiten Masse noch immer nicht toleriert. Viel Sprengstoff bietet dies für das freie Ausleben von Geschlechteridentitäten, die weit von dem Stereotyp abweichen, das die Bibel mit Adam und Eva im europäischen Bewusstsein verankerte. Auch in Lateinamerika bestehen starre Geschlechterrollen bis heute, die sich jedoch zum Beispiel in Argentinien mit der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe langsam verändern. Erst eine dritte, andere, homo-, trans- oder bisexuelle Identität ermöglicht die Annullierung der Bipolaritäten, unter der auch heterosexuelle Frauen und Männer zu leiden haben. Deshalb widmet sich matices in dieser Ausgabe einer Momentaufnahme der Realität, in der Menschen leben, die es wagen aus den Geschlechterrollen auszubrechen.

Welchen Herausforderungen stehen Homosexuelle im 21. Jahrhundert gegenüber? Was hat die Krise in Spanien mit der Veränderung von Gender-Rollen zu tun? Und gibt es noch indigene Kulturen ohne patriarchalische Gesellschaftsmodelle in Lateinamerika?

71: Schönheit - Schein und Sein

In unseren westlichen Gesellschaften, in denen geistige Arbeit zum wichtigsten Gut geworden ist, hat sich das Verhältnis zum menschlichen Körper völlig verfremdet. Auf perverse Art ist das Ideal einer perfekten äußeren Erscheinung entstanden, das ohne kosmetische und chirurgische Eingriffe beinah unerreichbar ist. Sei es durch Filme oder Werbespots – das Bild eines ästhetischen Körpers ist einseitig, übernatürlich und vor allem fest verankert in unserem kapitalistischen Wahrnehmungsschema, mit dem wir unsere Mitmenschen klassifizieren. Unbehagen im eigenen Körper macht den Menschen unsicher, manipulierbar und verpflichtet zu Konsum: modischere Kleidung, kaschierende Kosmetik, medizinische Eingriffe und technische Attribute geben uns das Selbstbewusstsein zurück, dessen die perfekten Schönheitsgötter der Medien uns zuvor berauben. Der chirurgische Schönheitswahn des 21. Jahrhunderts ist das Resultat, zu dem das Streben nach Wohlstand und sozialer Anerkennung führten. Wir fragten uns inwiefern Literatur, Malerei und Medien zur Konstruktion des festgefahrenen körperlichen Ideals führten, unter dem vor allem Frauen zu leiden haben. Wie konnte es zu solch absurden Schönheitswettkämpfen wie in Venezuela kommen? Und in was für einer existentiellen Identitätskrise steckt der menschliche Körper, wenn er bereit ist sich in vollkommen gesundem Zustand unter das chirurgische Messer zu legen? Schönheit ist etwas Herrliches, Angenehmes. Allerdings bedarf es einer grundlegenden Kritik der vorherrschenden, eindimensionalen Ideale, damit unserem Blick nicht all die bunten Facetten und die enorme Vielfalt der Ästhetik entgehen.

Im Interview: Che Sudaka

Che Sudaka - El acto principal del Summerstage 2012 en entrevista para Matices. También en el número 71: Schönheit - Schein und Sein.

Im Interview: Calle 13

Jetzt auch als Video: Die bekannte puerto-ricanische Band Calle 13 im Interview mit Matices. Mehr dazu in unserer Ausgabe 68: Ein Kontinent unter Strom. Energie in Lateinamerika.

Kurz notiert:

DRadio Wissen berichtet über Inhalte aus der Ausgabe 69 der matices: En movimiento. Was Lateinamerika bewegt

70: Volver. Warum der Tango bleibt

Der Tango. Fest verankert in den Wurzeln der argentinischen und uruguayischen Geschichte ist er zu einem Kosmopoliten avanciert. Zeit zum Innehalten bleibt ihm keine. Er hat die Welt gesehen und die Welt möchte ihn sehen. Am meisten gesucht wird er dabei an jenen Orten, wo man ihn am ursprünglichsten, am authentischsten vermutet: in den Straßen, Cafés und Bars der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Dort beflügelt er die Haushaltskassen der Stadt. Er ist traditionsreiches Kulturgut und gleichzeitig Produkt einer großen Verkaufsindustrie. Und auch in der Politik spricht und streitet man bereits über ihn. Der Tango. Er wird getanzt, gesungen, gelebt und gefühlt – von jung und alt. Wer nach ihm fragt, der bekommt die unterschiedlichsten, oft widersprüchlichsten Antworten. Die Autoren unseres Themenschwerpunktes zeichnen ihr ganz eigenes, persönliches Bild – vom Tango.

69: En movimiento. Was Lateinamerika bewegt

2011 war ein bewegtes Jahr. Nicht nur der Arabische Frühling zog die Massen auf die Straße. Auch in den USA, Spanien und vielen anderen Erdteilen machten die Menschen auf soziale Missstände und Probleme in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufmerksam. Ihre Proteste wirken bis heute nach. Was sie alle eint ist die Forderung nach politischer Transformation, mehr gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Gerechtigkeit: Der Wunsch nach echter Demokratie. Inspiriert von den weltweiten Revolten und Umbrüchen richten wir in dieser Ausgabe den Blick auf Lateinamerika. Hier haben soziale Bewegungen eine lange Tradition. Schon seit der Kolonialzeit mobilisieren sich gesellschaftliche Gruppen, um auf die Missstände in ihren Regionen aufmerksam zu machen. Ihre Helden der Vergangenheit sind ebenso vielfältig wie berühmt: Nicaraguas Sandinisten, Boliviens Reformer oder Kubas Revolutionäre veränderten Lateinamerika und die Welt. Aber was bewegt den Kontinent heute? Matices hat nachgefragt und präsentiert in diesem Schwerpunkt eine Zusammenstellung neuer sozialer Bewegungen und Akteure, Perspektiven und Formen der bürgerlichen Teilhabe des 21. Jahrhunderts in Lateinamerika.

68: Ein Kontinent unter Strom. Energie in Lateinamerika

Energie, viel mehr als eine physikalische Größe. Leben ist ohne Energie nicht möglich. Energie beeinflusst den Menschen in all seinen Lebenslagen. Nicht fassbar, aber trotzdem omnipräsent. Joules messen die Erwärmung, die Leistung und die Beschleunigung eines Körpers. Wir messen alles, was darüber hinausgeht: Energie und seine wirtschaftlichen, politischen und sozialen Auswirkungen. Alles mit dem Fokus auf die lateinamerikanischen Länder. Energie wird gewonnen, genutzt und verbraucht - von Mexiko bis Argentinien - Und auch in Europa, denn auch der hiesige Energieverbrauch hinterlässt seine Spuren auf dem lateinamerikanischen Kontinent. Umweltzerstörung in Brasilien, soziale Reformen in Venezuela, erneuerbare Energien in Bolivien und ein paar harmlos anmutende afrikanische Palmen liefern den Input für ein Thema, was ebenso abstrakt wie kontrovers diskutiert wird.

67: Piraterie in der Karibik - Zwischen Realität und Fiktion

Spätestens seit Robert Lewis Stevensons Roman „Die Schatzinsel“ wird der Mythos vom wilden, furchtlosen, mitunter auch edelmütigen Piraten in Literatur, Film und in der Produktvermarktung gepflegt. Wohl kaum ein anderes historisches Phaänomen ist derart konsequent auf einige wenige Klischees reduziert worden. Karnevalsvereine und Parteien entlehnen der Piraterie vermeintliche Eigenschaften wie Rebellentum und Attribute wie Augenklappe und Holzbein und nutzen sie für ihr Image. Reale Piraterie findet heutzutage nicht nur am Horn von Afrika statt. Die Karibik des 21. Jahrhunderts ist immer wieder Schauplatz von Angriffen auf Luxusyachten und Frachtschiffe. Erst vor kurzem wurde im Norden Brasiliens ein Passagierschiff von Flusspiraten überfallen. Wer waren die Piraten, Freibeuter und Bukaniere wirklich? Was an dem Bild, das wir uns von den Piraten des 17. und 18. Jahrhunderts machen ist historisch belegbar und was nur romantische Verklaärung? Und was haben die heutigen Piraten der Karibik noch mit ihren Vorläufern aus dem 17. Jahrhundert zu tun? Diese unterschiedlichen Facetten realer und fiktionaler Piraterie in der Karibik werden im Schwerpunkt dieser Ausgabe näher beleuchtet.

66: Wessen Stimme zählt? Medien, Staat und Gesellschaft in Lateinamerika

Wessen Stimme zählt? – Medien, Staat und Gesellschaft in Lateinamerika. Venezuelas Präsident Hugo Chávez flimmert wöchentlich für mindestens vier Stunden über alle Staatskanäle, in Argentinien liefern sich der gigantische Medienkonzern Clarín und die Regierung unter Präsidentin Kirchner einen erbitterten Kampf um das Meinungsmonopol und in Mexiko und Kolumbien müssen kritische Journalisten um ihr Leben fürchten. Das jüngste Ranking zur Pressefreiheit der internationalen Organisation Reporter ohne Grenzen zeigt: Mit Costa Rica, Chile und Uruguay befinden sich nur drei lateinamerikanische Staaten im Obersten Viertel der 178 auf Presse- und Meinungsfreiheit untersuchten Länder. Staaten wie Venezuela, Mexiko, Kolumbien und Kuba rangieren dagegen – u.a. aufgrund einer erhöhten Mordrate an Journalisten – auf den unteren Plätzen. Wie überall auf der Welt haben die Medien auch in Lateinamerika eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion: Sie versorgen die Bevölkerung mit Informationen und tragen einen wesentlichen Teil zur Meinungs- und Willensbildung der Menschen bei. Wenn sich Massenmedien staatlicher Instrumentalisierung und der Kontrolle mächtiger Wirtschaftskonzerne nicht mehr entziehen können und Journalisten sich zur Selbstzensur gezwungen sehen, ist auch die Demokratie gefährdet. Denn für ihre Funktionsfähigkeit sind freie und unabhängige Medien unerlässlich. Wer hat in Lateinamerika die Kontrolle über die Meinungsmacht? Über das Verhältnis von Staat und Medien, die Einflussnahme und Kontrolle der Regierungen, mächtige Medienkonzerne und von der Bevölkerung betriebene community radios.

65: Lusophone Länder

Lusophon. Was bedeutet das eigentlich? Ein Begriff, der bei Word rot angestrichen wird und der anscheinend nur unter Sprachwissenschaftlern bekannt ist. Und doch, trotz seiner geringen Verbreitung machten wir ihn zum Titel diese Ausgabe. Lusophonie, bzw. Lusofonia leitet sich ab von der römischen Bezeichnung der einst besetzten iberischen Halbinsel: Lusitania. Die römische Besetzung Portugals endete im 4. Jahrhundert nach Christus. Die iberische Halbinsel entfaltete sich zur Kolonialmacht Ende des 15. Jahrhunderts und trug seine Kultur mittels seiner Kolonien rund um den Globus. Die Lusophone Welt verteilt sich heute über 4 Kontinente, neben Portugal umfasst sie Brasilien, Angola, Äquatorialguinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mosambik, Sao Tomé und Principe, Macao und Osttimor. Der Begriff Lusophon wird meist im Bezug auf die sprachliche Gemeinsamkeit benutzt. Doch Lusophonie geht weit darüber hinaus: 1996 wurde die Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP) gegründet, seit 2004 werden die Jogos da Lusofonia, die Spiele der Lusophonie, ausgerichtet. Die Grundidee der CPLP ist es, neben der Förderung und Verbreitung der portugiesischen Sprache, die politische Zusammenarbeit der lusophonen Länder zu fördern. Doch was genau macht es nun aus, das Lusophone?, fragten wir uns und suchten dazu verschiedene Ansätze: Der angolanische Schriftsteller José Eduardo Agualusa macht sich Gedanken über das „Wandern zwischen den Welten“, in „Afrikapolitik Brasiliens“ wird untersucht, wie der südamerikanische Riese in Afrika zunehmend an politischen und wirtschaftlichen Einfluss gewinnt; und auch Tanzen verbindet: Kuduro ist ein angolanischer Tanz, der mittlerweile sogar in den Vororten Lissabon getanzt wird. Und immer wieder stellt sich die Frage: Gibt es sie wirklich, die lusophone Gemeinsamkeit? Ist sie „nur eine ideologische Position kleiner intellektueller Eliten“ wie Manfred Wöhlcke in seinem Aufsatz „Lusophone Mythen“ darstellt oder ist sie etwas Erlebtes wie Antonio Cascais in seinem Kommentar beschreibt?

64: Argentiniens Literaturszene

Das Jahr 2010 steht in Argentinien ganz im Zeichen des Bicentenario de la Independencia. Seit der Mai-Revolution, die 1810 den Beginn der Unabhängigkeit markierte, hat das Land eine ganze Reihe weltweit bekannter Schriftsteller hervorgebracht. Werke wie Hernández‘ „Martín Fierro“ und Sarmientos „Facundo“ trugen zur nationalen Identitätsfindung bei und Borges und Cortázar versetzten mit ihren fantastischen Erzählungen Leser aus aller Welt in Staunen. Die Vorreiter des postmodernen Schreibens am Río de la Plata beeinflussen bis heute Entwicklungen in Literatur und Film. Ihre Geschichten waren die Grundlage für Kultfilme wie Antonionis Blow Up und Serien wie Lost. Ihre Konzepte inspirierten Schriftsteller und Philosophen wie Umberto Eco und Michel Foucault. Und die argentinische Literaturszene gilt auch heute noch als die lebendigste Lateinamerikas. Das Internet hat als neues Massenmedium den Zugang zur Literatur, ihre Form und auch die Kritiken verändert. Eine neue Generation junger Autoren verarbeitet in eigenen Stilen und Themen das Erbe der Militärdiktatur und den Marktradikalismus der 1990er. Auch wenn sie noch nicht zum internationalen Kanon gehören, weisen sie ein künstlerisches Potential auf, mit dem sie sich nicht zu verstecken brauchen. Damit sie entdeckt und gefördert werden können, hat das argentinische Außenministerium die Übersetzungsförderung „SUR“ ins Leben gerufen. Bis Ende des Jahres sollen 100 neue Titel in möglichst vielen Sprachen verlegt werden – vielleicht findet sich unter ihnen ja ein „Klassiker von Morgen“?

63: Comics. Spiegel von Kultur und Gesellschaft

Die sprachliche Nachahmung von Lauten oder Geräuschen wird in der Sprachwissenschaft als Onomatopoesie bezeichnet. Besser bekannt dürfte das Phänomen jedoch als Comic-Sprache sein. Ausdrücke wie seufz, knarz, boing und wumms haben die Sprechweise von Generationen geprägt. Gerade die Verwendung von Lautmalerei und Umgangssprache verschafften dem gesamten Genre jedoch ein Image des unschicklich Ordinären. Derartiges als Kultur, Kunst oder gar Literatur zu bezeichnen war lange Zeit schlicht unmöglich. Doch historias em quadrinhos, historietas, gibis, tebeos oder einfach cómics zeugen nicht nur zeichnerisch, sondern auch inhaltlich von einer enormen Vielfalt. Schrille Mangas finden sich neben düsteren schwarz-weiss Schraffuren. Comics sind mittlerweile fester Bestandteil der literarisch-künstlerischen Welt und als solcher immer auch Spiegel von Zeit, Kultur und Gesellschaft. In unserem Themenschwerpunkt widmen wir uns aktuellen und historischen Entwicklungen in der Comic-Szene Lateinamerikas und der Iberischen Halbinsel. Die Autoren dieser Ausgabe beleuchten regionale Besonderheiten, konkrete gesellschaftspolitische Inhalte und theoretische Grundlagen. Bei der Illustration konnten wir auf die Unterstützung von namhaften Künstlern und Magazinen zurückgreifen.

62: Zwischen Erinnern und Vergessen. Vergangenheitsbewältigung in Spanien

Drei Jahre dauert der spanische Bürgerkrieg, von 1936-1939. Darauf folgt eine Diktatur unter General Franco, der mit seinen faschistischen Anhängern die besiegten Republikaner, Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten verfolgt. Mitte der 70er Jahre stirbt General Franco und auf seinem Sterbebett findet auch die Diktatur ein Ende. Damit ist die Zeit gekommen neue Wege einzuschlagen, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Spanien wird ein demokratischer und säkularer Staat, mit einer konstitutionellen Monarchie, der versucht die Entwicklung seiner europäischen Nachbarn schnell aufzuholen und Anschluss zu finden. Doch auch Jahrzehnte nach Ende des spanischen Bürgerkriegs scheinen die Wunden nicht geheilt und das spanische Volk nicht versöhnt zu sein. Immer lauter werden die Stimmen, die eine lückenlose Aufklärung der Vergangenheit fordern und einen gesellschaftlichen Dialog über die eigene Geschichte fordern. Einige davon kommen in dieser Ausgabe zu Wort.

61: Lateinamerika - Ein Kontinent wächst zusammen?

Integration bedeutet "Herstellung eines Ganzen". Gerade in Lateinamerika ist dies ein spannender, aber auch sehr schwieriger und langwieriger Prozess. Viele wirtschaftliche Handelsbündnisse konkurrieren miteinander, auch auf politischer Ebene bestehen und entstehen viele verschiedene Zusammenschlüsse. Die zentrale Frage lautet also: wie schafft man wirtschaftliche und politische Einheit ohne sie durch zu viele Bündnisse zu entzweien? Diese Ausgabe setzt sich insbesondere mit dieser Frage auseinander und versucht Erfolge und Misserfolge der Bündnisse zu diskutieren. Der Einleitungsartikel bietet einen Überblick über die Anfänge integrativer Bemühungen in Lateinamerika im 19. Jahrhundert und stellt das Erfolgsmodell MERCOSUR der möglichen Alternative ALBA gegenüber. Obwohl gute Voraussetzungen bestehen wird deutlich, warum Lateinamerika sich immer noch mit sowohl wirtschaftlicher als auch politischer Integration schwer tut. Der Führungsanspruch Brasiliens in Lateinamerika wird hinterfragt, Info-Kästen geben Aufschluss über die derzeitige Handelsgeografie Lateinamerikas. Um möglichst viele Schattierungen des Themas zu erfassen, kommen in kurzen Interviews auch diejenigen zu Wort, die in den betroffenen Ländern leben. Werden derartige Handelsbeziehungen im Alltag überhaupt bemerkt? Wie bestimmen gemeinsame Märkte und Freihandelszonen den Alltag? Wie sieht der Austausch konkret zwischen den einzelnen Ländern aus?

Ausgabe 60: Rum, Cachaça, Tequila & Co

Mojitos, Daiquiris, Caipirinhas und Margaritas zählen seit langem zu den beliebtesten Drinks der Welt und gehören heute zum Standardrepertoire jeder Cocktailkarte. Die Grundspirituosen Rum, Cachaça und Tequila, allesamt edle Brände aus Lateinamerika, schauen auf eine ereignisreiche und erzählenswerte Geschichte zurück. Die traditionsreichste davon hat vermutlich der Tequila: Dieses hochprozentige Destillat soll bereits von den Azteken getrunken worden sein. Allerdings gibt es keinen Beweis dafür, dass die Azteken die Brennkunst bereits beherrschten. Daher erscheint es wahrscheinlich, dass der Herrscher Moctezuma nicht Tequila sondern den puren Agaventrunk Pulque zu trinken pflegte. Rum, der die wunderbare Eigenschaft besitzt, je nach Temperaturlage zu kühlen oder zu wärmen, hat sicherlich die schillerndste Geschichte dieses Trios; nicht zuletzt aufgrund seiner Bedeutung als Proviant, sowie Zahlungs- und Genussmittel. Die erste urkundliche Erwähnung des Zuckerrohrbrandes stammt aus dem Jahr 1654: Der Oberste Gerichtshof in Connecticut beschloss die Konfiszierung von "jedem hochprozentigen Getränk aus Barbados, gemeinhin Rum, kill devil oder so ähnlich genannt". Cachaça, ebenfalls ein Zuckerrohrschnaps, ist unangefochten das Nationalgetränk Brasiliens. Es dauerte allerdings bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, bis Cachaça salonfähig wurde. In unserem Themenschwerpunkt nippen wir ein wenig an der Geschichte dieser lateinamerikanischen Spirituosen und hoffen, dass es unseren Lesern Durst auf mehr macht.

Ausgabe 59: Mexico D.F.

Eine Stadt, die mit über 25 Millionen Einwohnern unsere Vorstellungskraft übersteigt. Viele empfinden den Verkehr, die großen Entfernungen, die Luftverschmutzung und die Kriminalität als unerträglich. Die Bewohner aus der Provinz erkennen einen chilango, wie die Bewohner von Mexiko-Stadt allgemein genannt werden, daran, dass er viel hektischer und gestresster ist als sie selbst. Doch da es nirgens im Land so viele Universitäten, Schulen und vor allem Arbeitsplätze gibt, sehen die meisten die Provinz nicht als Option. Und ein Großteil der chilangos liebt seine Stadt, möchte das überreiche Kultur- und Unterhaltungsangebot, die unzähligen Shoppingmöglichkeiten nicht missen. Die Stadt hat viele Gesichter, von heruntergekommenen Slums über romantische Stadtviertel im Kolonialstil und Reste eines uralten Kanalsystems bis hin zu den schicken, abgegrenzten Wohnvierteln der Superreichen ist alles dabei. Gleichzeitig ist es eine Stadt, in der einem auf Schritt und Tritt Geschichte begegnet. Dass hier viele Siedlungsschichten übereinander liegen, ist am eindruckvollsten am Platz der drei Kulturen sichtbar, wo vorspanische Bauten, eine koloniale Kirche und ein moderner Wohnkomplex aufeinander treffen. Im Zusammenhang mit diesem Platz gibt es leider auch dieses Jahr ein trauriges Jubiläum zu feiern: vor 40 Jahren wurden hier demonstrierende Studenten von Militärs umgebracht. Aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln versuchen wir einen Eindruck zu vermitteln, was diese Stadt ausmacht, die im Rest des Landes oft einfach nur Mexiko genannt wird.

Ausgabe 58: Amor y sexualidad

Über Sexualität in Lateinamerika herrschen seit jeher die verschiedensten Klischees: die latinos seien übersexualisiert, die nahezu überall präsenten Ausformungen des machismo würden sich niemals ändern. Doch trifft tatsächlich noch immer zu? Kann man wirklich generell Aussagen über den Umgang von Mann und Frau miteinander in Lateinamerika treffen? Oder bestehen doch gewisse Unterschiede von Land zu Land? In diesem Themenschwerpunkt wird unter anderem Teresa Ulloa Ziaurriz aus Mexiko ihre ganz persönliche Definition vom Begriff der sexualidad liefern. Zudem wird sie über ihren Kampf gegen sexuelle Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen berichten. Danach schauen wir weiter südlich nach Brasilien: Dort setzen sich die ansonsten so offenen, kontaktfreudigen Brasilianer heute in Sachen Liebe und Erotik anscheinend dermaßen unter Druck, dass dabei letztendlich nicht nur die Romantik, sondern die sexuelle Aktivität einen herben Verlust erleiden musste. Der Artikel "Mamacita Rica" gibt einen Einblick in die Eroberungsstrategien der Latinos: Wie verhalten sich lateinamerikanische Männer, wenn sie eine Frau verführen wollen? Zudem beschäftigen wir uns mit der immens hohen Abtreibungsrate in Argentinien, dem Land mit den meisten durchgeführten Abtreibungen in Lateinamerika. Desweiteren geht es unter anderem um Sexualität in brasilianischen Telenovelas, sowie um sexuelle Kultur in Nicaragua.

Ausgabe 57: Aufrüstung in Lateinamerika

Die Länder Lateinamerikas scheinen sich zur Zeit in einem Rüstungswettlauf zu befinden - dieser Eindruck entsteht zumindest, berücksichtigt man die beunruhigend hohe Zahl von Rüstungsexporten in diesen Regionen. Vor allem Chile, Brasilien und Venezuela haben ihre Ausgaben für Rüstungsgüter in den letzten fünf Jahren um Rund acht Prozent erhöht. Doch was steckt hinter der allgemeinen militärischen Mobilisierung Südamerikas? Welche politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen entstehen dadurch auf dem südamerikanischem Kontinent? Wer beliefert und unterstützt die einzelnen Länder und welche Auswirkungen hat der Waffenhandel für die einzelne Person? Experten berichten über die Hintergründe dieses aktuellen Aufrüstungstrends in Lateinamerika, den deutsche Firmen mit enormen Waffentlieferungen zu einem wesentlichen Teil unterstützen.

Ausgabe 56: Carnaval

Karneval - ob in Köln oder Rio - ist ein kulturelles Großereignis. Dabei unterscheiden sich die Formen und Rituale enorm, nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Wurzeln und Traditionen. Dennoch, so divers das Karnevalfeiern in den einzelnen Regionen auch sein mag, gibt es doch verbindende Elemente: Karnevaleske Gebräuche des Maskierens, fantasievolle Kostüme, Paraden und ritualisierte Ausgelassenheit finden sich in allen Kulturen wieder. Ob in Deutschland, Südamerika oder auf den Kanarischen Inseln, von wo aus El Carnaval nach Lateinamerika gelangte, um daraufhin mit tropischen Einflüssen zurückzukehren.

Karneval in Lateinamerika - dabei denkt man automatisch an spärlich bekleidete Sambatänzerinnen auf pompös geschmückten Umzugswagen, Federboas und Trillerpfeifen. Dabei hat der lateinamerikanische Karneval viel mehr zu bieten, etwa im bolivianischen Oruro, in Salvador da Bahia oder in Kolumbien. Aufgrund seines hohen Wirtschaftsfaktors hat der Karneval allerdings auch seine Schattenseiten: Kommerzialisierung, Ausbeutung und Diskriminierung der Mitarbeiter lassen die Kehrseite der jecken Medaille in all ihren Nuancen erkennen. In den Sambaschulen Rio de Janeiros hat der Karneval sogar bereits mafiöse Strukturen angenommen. In der kölschen Rheinmetropole bietet neben dem traditionellen, der alternative Karneval ein buntes Programm. Jecken verschiedener Couleurs feiern abseits des Mainstreams auf multikulturellen Partys. Mit dieser Ausgabe wollen wir einen kleinen, aber bunt gemischten Einblick in die karnevalistische Vielfalt bieten.

Die Matices 56, zum Schwerpunkt-Thema Carnaval!

Ausgabe 55: El Che Vive! - Held, Verdammter, Schlüsselanhäger

An Ernesto Rafael Guevara de la Serna scheiden sich die Geister. Die einen verehren "El Che" als Freiheitskämpfer und Märtyrer, der noch heute, 40 Jahre nach seinem Tod, Sinnstifter für ein breites Spektrum an politischen Bewegungen ist. Die anderen verachten ihn als verbohrten Ideologen und unbarmherzigen Politiker, der seine Ideale ohne Rücksicht auf Verluste und Menschenleben durchzusetzen suchte.

Für die große Masse ist er schlicht ein modisches Accessoire - der Antikapitalist ist zum Verkaufsschlager geworden. Unzählige Modebewusste tragen das berühmte Konterfei, ohne genau zu wissen, um wen es sich dabei handelt. Tengo una remera del Che y no sé por qué - Ich habe ein Che-T-Shirt und weiß nicht, warum - ist in Argentinien mittlerweile ein geflügeltes Wort.

Wer also war der Mann, der am 9. Oktober 1967 von einem bolivianischen Soldaten in Vallegrande erschossen wurde? Was waren seine Ideen und politischen Konzepte, für die er schließlich sein Leben ließ? Wie ist der Mythos um Che Guevara entstanden und welche Bedeutung hat(te) sein Leben und Wirken nicht nur für Kuba, sondern für ganz Lateinamerika und auch für die Befreiungsbewegungen in Afrika?

Die Matices 55, zum Schwerpunkt-Thema El Che Vive!

Ausgabe 54: Katalanische Kultur

Ein Special zur Frankfurter Buchmesse zu Literatur, Musik, Kunst und Fußball

Wo liegt Katalonien? Diese Frage schaltete die katalanische Regierung (Generalitat) 1992 in der internationalen Presse, um für die Olympischen Spiele in Barcelona zu werben. Und in der Tat wussten damals selbst eifrige Spanienbesucher nicht immer eine Antwort auf diese Frage, obwohl sich die katalanische Kultur sehr vom Rest der Kulturen auf der Iberischen Halbinsel unterscheidet. Seither hat die Generalitat große internationale Anstrengungen unternommen, diesen Zustand zu ändern. Ein Erfolg: Die Einladung der "Katalanischen Kultur" als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2007.

Matices präsentiert zu diesem Anlass einen Schwerpunkt zu dieser Kultur, die sich nicht nur auf die Autonome Gemeinschaft Katalonien beschränkt, sondern die sogenannten Països Catalans umfasst, also Andorra, das französische Roussillon, die Autonome Gemeinschaft Valencia, die Balearen und die sardische Stadt Alghero. Aus rund 1000 Jahren Kulturgeschichte können wir natürlich nur einen kleinen Splitter präsentieren, den jedoch haben wir so breit gefächert wie möglich. Auf dass die zu Beginn gestellte Frage bald nur noch wenige Menschen verwirren werde!

Die Matices 54, zum Schwerpunkt-Thema Katalanische Kultur!

Ausgabe 53: Musik ohne Grenzen - música sin fronteras - música sem fronteiras

Das globale Näherrücken hat auf kultureller Ebene sehr viele Vorzüge. Nie war kulturelle Verschmelzung einfacher.
So kennt beispielsweise die Musik als kulturelle Form weder territoriale noch sprachliche Grenzen. Längst hat die sogenannte "Weltmusik" aus den Gefilden des Underground gefunden. Die Verschmelzung unterschiedlichster kultureller Musikstile zu einem ästhetischen Ganzen hat auch hierzulande an Popularität gewonnen.

Matices präsentiert im Schwerpunkt Nr. 53 einen kleinen Einblick in eine Welt ohne Grenzen. Wie sehr Musik gesellschaftliche Verhältnisse spiegelt; wie sie als Sprachrohr instrumentalisiert werden kann, um über politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Missstände aufzuklären; wie Musiker und Bands kulturelle Grenzen überwinden und Menschen unterschiedlicher Nationen zusammenführen und wie sehr Musik vor allem Eines ist: Ein Ausdruck von Lebensgefühl.

Augen auf! Es gibt was auf die Ohren!

Die Matices 53, zum Schwerpunkt-Thema Musik!

Ausgabe 52: Urbanismo - Lateinamerikanische Städte im Wandel

Die Menscheit zieht es in die Städte, weltweit und auch in Lateinamerika. Die Megastädte werden zahlreicher, größer, unübersichtlicher, anonymer, schneller. Viele Städte sind geprägt von Luftverschmutzung, endemischer Kriminalität, schlechter und unterfinanzierter öffentlicher Infrastruktur. Großstädte verändern ihr Gesicht auf dramatische und faszinierende Weise - eigendynamisch und unkontrolliert, aber auch gelenkt durch Architekten und Stadtplaner.
Die Einwohner passen sich an und entwickeln neue Lebensstrategien: das öffentliche Leben auf dem traditionellen Marktplatz als Treffpunkt für alle Berufs- und Gesellschaftsschichten verschwindet, stattdessen finden Malls und Clubs hohen Anklang beim neuen Mittelstand: Stadtleben hinter verschlossenen Türen - für die, die es sich leisten können. Der Faszination Stadt kann dies wenig anhaben, die Anziehungskraft bleibt. Und es gibt zahlreiche Versuche, es besser zu machen: durch eine ökologisch und sozial ausgewogene Stadtplanung, die partizipativ, offen und aktiv versucht, Städte wieder zu lebenswerten Orten der menschlichen Interaktion zu machen.

Antworten gibt es in der Matices 52, zum Schwerpunkt-Thema Urbanismo!

Ausgabe 51: ¿Qué onda en Venezuela?

Hugo Chávez, alter und neuer Präsident von Venezuela, polarisiert wie wenige Präsidenten. Seine Maßnahmen in Venezuela sowie sein Auftreten, der Ölreichtum Venezuelas und seine ambitionierten nationalen und internationalen Aktivitäten laden je nach Standpunkt zu Bewunderung oder Ablehnung ein. Ist er der Retter Venezuelas, und ein Wohltäter der von der Globalisierung Marginalisierten, ein Kämpfer gegen amerikanischen Neoliberalismus und Imperialismus? Oder ein Populist, ein Ewiggestriger, der übliche Caudillo, der sich mit erdölfinanzierten Sozial- programmen seine Anhängerschaft kauft, die demokratischen Institutionen aushöhlt und weltweit mit Diktaturen kooperiert?

Antworten gibt es in der Matices 51, zum Schwerpunkt-Thema Venezuela!

Ausgabe 50: "Wachstum für die Menschen? Wirtschaft in Lateinamerika"

Finanzkrise in Argentinien, Exportboom in Brasilien, Verstaatlichungen in Venezuela: die neuen Wirtschaftsentwicklungen in Lateinamerika erregen auch in Europa Aufmerksamkeit. matices widmet sich in dieser Ausgabe den großen wirtschaftlichen Themen, die in Lateinamerika ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Experten wie Hernando de Soto und Alberto Chong diskutieren über Privatisierungen, Freihandel, Schattenwirtschaft.

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51: ¿Qué onda en Venezuela?
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37: tvlatina - Zwischen Zensur und Kommerz
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